Neue Energie tanken, etwas gemeinsam unternehmen, dem Arbeitsalltag entfliehen – die meisten Arbeitnehmer nutzen ihren Feierabend dafür, haben Hobbys und ihre Familie oder einen Freundeskreis. Viele Menschen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten, sind da immer noch oft außen vor. Für sie gibt es in den Werkstätten deshalb die sogenannten arbeitsbegleitenden Maßnahmen. Das können beispielsweise Sportangebote sein, Kunstkurse, eine Lesegruppe – oder eben ein Ausflug, bei dem die Teilnehmer etwas Neues erleben und -lernen.

Vom Apfel bis zum Apfelsaft

Obst gibt es in diesem Jahr in Hülle und Füll. Auch die Apfelbäume auf dem Privatgrundstück von Frank Heller, Leiter der Hirzenhainer Werkstätten, hängen voll und die Ernte will verarbeitet werden. Deshalb vereinbarte der Werkstattleiter Termine mit den Kelterfreunden Hüttenberg, die eine Kelterei betreiben, und organisierte einen Ausflug von Hirzenhain dothin: Fünf Mitarbeiter aus den Werkstätten verbrachten einen Tag im Zeichen des Apfels.
Zuerst wurden die leckeren Früchte gepflückt und aufgelesen. Dann ging’s weiter in die Kelterei. Hier wurden den Mitarbeitern in einer Führung alle Arbeitsschritte vom Apfel bis zum Apfelsaft erklärt und gezeigt. „Alle wurden in die einzelnen Arbeitsschritte einbezogen und konnten richtig mitmachen“, sagt Heller. Sowohl am Förderband, an der Presse oder beim Abfüllen waren die Ausflügler mit viel Engagement und Freude bei der Sache. „Mir hat die Arbeit mit den Äpfeln sehr viel Spaß gemacht“ freute sich Sascha Döpp. „Das war mal etwas anderes als die tägliche Arbeit in der Werkstatt.“ Den frisch gepressten Apfelsaft durften sie dann natürlich auch mit nach Hause nehmen. Jetzt planen sie schon den nächsten Ausflug: „Am liebsten wollen wir eine Großkelterei besuchen“, waren sich alle einig.