Ein langer Weg liegt hinter Lars Wieland. Aufgrund seiner Behinderung fand er keinen Job und landete schließlich bei der Behindertenhilfe Wetteraukreis (bhw) in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. „Ich arbeitete in verschiedenen Gruppen und habe alles Mögliche ausprobiert“, erklärt der 42-Jährige. Aber eine sitzende Tätigkeit bereitete ihm zu große Schmerzen. Erst bei der Garten- und Landschaftstruppe war er gut aufgehoben. „Das hat mir Spaß gemacht und da wäre ich auch geblieben“, sagt Wieland. Aber dann hat sich die Möglichkeit ergeben, im Rahmen einer betriebsintegrierten Beschäftigung bei der Sana-Catering-Service GmbH in Bad Nauheim zu arbeiten. Das ist jetzt acht Jahre her.

Gute Stimmung bei der Arbeit

Die betriebsintegrierte Beschäftigung ist eine Chance für Menschen mit Behinderung, in einem Unternehmen am ersten Arbeitsmarkt die Arbeit und den Berufsalltag kennenzulernen. Der Arbeitnehmer ist dabei zwar bei der bhw angestellt, aber im Unternehmen beschäftigt wie jeder andere auch. Sowohl der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber werden durch die Fachkräfte der bhw unterstützt und betreut. So können Fragen, die im Rahmen der Beschäftigung entstehen, meist schnell geklärt werden. Diese Art der Zusammenarbeit war auch für Lars Wieland und die Sana-Catering-Service GmbH ein gutes Modell. Teamleiter Thomas Kunz versichert: „Herr Wieland hat sich optimal ins Team integriert und leistet sehr gute Arbeit. Er ist immer hochmotiviert und hat eine Menge Spaß.“ Er mache gern mal einen lockeren Spruch und sorge für gute Stimmung in der Schleuse. „Das ist mein Arbeitsbereich – das schmutzige Geschirr aus den Kliniken kommt vorne in die Schleuse hinein und hinten sauber wieder heraus“, erklärt Wieland: „Ich würde gern mein Leben lang bis zur Rente hier arbeiten.“

Sicherheit und Stabilität

Als im April dieses Jahres die neue Betriebsleiterin, Irina Schwenk, die Geschicke der Sana-Catering-Service GmbH in Bad Nauheim übernahm, wunderte sie sich, dass Lars Wieland nicht in ihrem Personalstamm zu finden war. „Er ist schon so viele Jahre dabei und macht keine Hilfsarbeit, sondern hat eine volle Stelle. Es war mir ein persönliches Anliegen, ihn bei uns anzustellen“, so Schwenk. Die Anstellung bietet ihm eine gewisse Sicherheit und Stabilität – und auch mehr Gehalt. „Ich freue mich riesig und kann es immer noch nicht ganz glauben“, gibt Wieland zu. Dass er im Berufsalltag angekommen und ein Teil seines Teams geworden ist, freut auch Bettina Kopp, Fachkraft für Berufliche Integration bei der bhw. „Das war eine ‚Bilderbuch-Entwicklung‘: Aus der Werkstatt ins Praktikum, in die betriebsintegrierte Beschäftigung und in die Anstellung – das ist der optimal Weg!“